SEO ist die Arbeit daran, dass deine Website in Suchmaschinen wie Google gefunden wird. Für SEO spricht, dass Menschen dort selbst nach Angeboten suchen und ein Besuch aus den Suchergebnissen keinen Klickpreis kostet. Ob es sich für dein Unternehmen lohnt, hängt aus unserer Sicht an wenigen Zahlen. Die kannst du vor dem ersten Euro grob ausrechnen, und manchmal ist die ehrliche Antwort nein.
Warum SEO für Unternehmen wichtig ist: drei Gründe
Ratgeber zählen viele Gründe für SEO auf. Wir sind fundkiste.studio, eine Agentur aus Köln, und greifen drei heraus. Jeder gilt nur unter einer Bedingung.
Erstens: Menschen suchen selbst. Wer bei Google etwas eintippt, sucht schon nach einer Lösung. Das hilft dir nur, wenn nach deinen Themen auch gesucht wird.
Zweitens: Ein Besuch aus den Suchergebnissen kostet keinen Klickpreis. Google schreibt in seiner Anleitung zur Wahl eines SEO-Dienstleisters, dass es für die Aufnahme in die Suchergebnisse und für den Platz darin niemals Geld nimmt. Bei Anzeigen mit Klickpreis zahlst du dagegen, wenn jemand auf deine Anzeige klickt. So steht es in der Hilfe von Google Ads. Umsonst ist SEO trotzdem nicht, denn du bezahlst die Arbeit an deiner Website. Der Grund trägt also nur, wenn diese Arbeit weniger kostet, als die Besucher einbringen.
Drittens: Die Wirkung soll länger anhalten als bei Anzeigen. Ratgeber begründen das so: Anzeigen bringen nur Ergebnisse, solange Geld fließt, während SEO sich über die Zeit aufbaut. Das hilft dir nur, solange deine Seite ihren Platz hält, und den kann dir niemand zusagen. Google schreibt selbst, dass sich eine Platzierung an erster Stelle nicht garantieren lässt.
Die drei Gründe sagen dir nicht, ob am Ende mehr hereinkommt, als du ausgibst. Dafür brauchst du eine Rechnung.
So rechnest du aus, ob sich SEO für dein Unternehmen lohnt
SEO lohnt sich für dein Unternehmen, wenn die Aufträge aus der Suche mehr einbringen, als die Arbeit kostet. Das muss auch dann noch gelten, wenn du die Anlaufzeit mitrechnest, also die Monate, bis die neuen Seiten Besucher bringen.
Dafür haben wir einen Rechenbogen gebaut. Das ist eine Tabelle mit Formeln, in die du acht eigene Zahlen einträgst. Du kannst den Rechenbogen als Excel-Datei herunterladen.
Die acht Eingaben
Alle Beispielwerte unten sind frei gewählt und stammen aus keinem Projekt und von keinem Kunden.
| Nr | Eingabe | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | Suchanfragen im Monat für alle Themen, zu denen du gefunden werden willst | 2.000 |
| 2 | Anteil der Suchenden, die auf deine Seite klicken | 5 Prozent |
| 3 | Anteil der Besucher, die anfragen oder bestellen | 2 Prozent |
| 4 | Anteil der Anfragen, aus denen ein Auftrag wird | 25 Prozent |
| 5 | Was dir ein Auftrag bringt, nach Abzug deiner eigenen Kosten dafür | 1.500 Euro |
| 6 | Was SEO dich im Monat kostet | 600 Euro |
| 7 | Monate, bis die neuen Seiten Besucher bringen | 6 |
| 8 | Zeitraum, den du betrachtest | 24 Monate |
Bei zwei Eingaben kommt es auf dein Geschäftsmodell an. Verkaufst du in einem Shop mit direkter Bestellung, trägst du bei Eingabe 4 den Wert 100 Prozent ein. Hast du Stammkunden, rechnest du bei Eingabe 5 mit dem, was ein Kunde über die ganze Kundenzeit bringt.
Was SEO im Monat kostet, hängt davon ab, wer die Arbeit macht: eine Agentur, ein Freelancer oder du selbst. Machst du sie selbst, zählt der Wert deiner eigenen Stunden. Um die Preise geht es auf unserer Seite SEO Kosten.
Wie lange es dauert, bis SEO wirkt, lässt sich nicht fest sagen. Google schreibt im Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung, dass einige Änderungen möglicherweise innerhalb weniger Stunden wirksam werden und es bei anderen mehrere Monate dauern kann. Die Anlaufzeit in Eingabe 7 ist deshalb deine eigene Annahme.
Das Beispiel Schritt für Schritt
Hier rechnen wir das Beispiel aus der Tabelle einmal durch.
Zuerst der einzelne Monat, sobald die Anlaufzeit vorbei ist:
- Besucher: 2.000 Suchanfragen mal 5 Prozent ergeben 100 Besucher im Monat.
- Anfragen: 2 Prozent der 100 Besucher fragen an. Das sind 2 Anfragen im Monat.
- Aufträge: Aus 25 Prozent der Anfragen wird ein Auftrag. Das sind 0,5 Aufträge im Monat, also ein Auftrag alle zwei Monate.
- Ertrag: 0,5 Aufträge mal 1.500 Euro ergeben 750 Euro im Monat.
- Ergebnis: 750 Euro Ertrag minus 600 Euro Kosten ergeben 150 Euro Plus im Monat.
Bis hierhin sieht es gut aus. Jetzt der ganze Zeitraum:
- Kosten: 24 Monate mal 600 Euro ergeben 14.400 Euro.
- Ertrag: In den ersten 6 Monaten rechnet der Bogen mit null Ertrag. Es bleiben 18 Monate mal 750 Euro, also 13.500 Euro.
- Ergebnis: 13.500 Euro Ertrag minus 14.400 Euro Kosten ergeben 900 Euro Minus.
Das Beispiel liegt im einzelnen Monat nach der Anlaufzeit im Plus und über zwei Jahre noch im Minus, weil die Anlaufzeit mitbezahlt wird. Über 24 Monate ist es also ein Nein. Erst im Monat 30 sind in diesem Beispiel alle Kosten wieder eingespielt. Welchen Zeitraum du einträgst, entscheidet deshalb mit. Nimm zum Beispiel die Laufzeit, für die du das Geld einplanst.
Der Bogen zeigt außerdem zwei Schwellen. Im Beispiel sind die Kosten im Monat ab 0,4 Aufträgen gedeckt. Das sind zwei Aufträge in fünf Monaten. Bei sonst gleichen Werten braucht es dafür 1.600 Suchanfragen im Monat.
Das Ergebnis ist eine Überschlagsrechnung und keine Vorhersage, denn die Suchanfragen sind Schätzungen und die Anteile deine Annahmen. Der Bogen rechnet vereinfacht: in der Anlaufzeit kein Ertrag, danach jeden Monat der volle. Er zählt nur Aufträge, die über die Suche kommen.
Woher du die Zahlen bekommst
Die Eingaben 1 bis 5 kommen aus vier Quellen: einem Werkzeug für Suchbegriffe, Googles Zahlen zu deiner Website, der Besucherzählung deiner Website und deinem Vertrieb. Kosten, Anlaufzeit und Zeitraum legst du selbst fest.
Suchanfragen. Ein Keyword-Werkzeug schätzt, wie oft im Monat nach einem Begriff gesucht wird. Google hat ein eigenes, den Keyword-Planer. Er zeigt Schätzungen zur Zahl der Suchanfragen im Monat, so beschreibt es Google in der Anleitung zum Keyword-Planer. Dafür brauchst du ein Konto bei Google Ads und musst Zahlungsinformationen hinterlegen. Die Werte deiner Themen zählst du zusammen.
Klickanteil. Hast du schon Seiten bei Google, hilft die Search Console, ein Werkzeug von Google für Betreiber von Websites. Sie zeigt die Klickrate. Das ist die Zahl der Klicks geteilt durch die Zahl der Impressionen, so erklärt es Google in der Beschreibung des Leistungsberichts. Eine Impression heißt: Deine Website ist in den Suchergebnissen erschienen. Suchen, bei denen sie nicht erschienen ist, zählt die Klickrate also nicht mit. Eingabe 2 meint aber alle Suchenden. Trag deshalb eher weniger ein, als die Search Console zeigt. Hast du noch keine Seiten bei Google, schätzt du vorsichtig.
Anfragen. Du teilst die Anfragen oder Bestellungen durch die Besucher. Die Zahlen kommen aus deiner Webanalyse, also dem Programm, das die Besucher deiner Website zählt. Die Anfragen kannst du auch selbst zählen.
Aufträge und Ertrag. Wie viele Anfragen zu Aufträgen werden, weiß dein Vertrieb. Was ein Auftrag bringt, ist der Auftragswert minus Material, Fremdleistung und Arbeitszeit.
Kennst du eine Zahl nicht, rechnest du mit zwei Werten, einem vorsichtigen und einem guten. Richtwerte für den Klickanteil und den Anteil der Besucher, die anfragen, nennen wir nicht, weil wir dazu keine eigenen gemessenen Durchschnittswerte haben.
Arbeitest du mit uns, gehören die Recherche der Suchbegriffe und Themen und die Einrichtung der Messung zum Fundament, mit dem die Zusammenarbeit beginnt.
Wann sich SEO nicht lohnt
In vier Fällen würden wir von SEO abraten:
- Kaum jemand sucht nach deinen Themen. Dann kommen auch wenige Besucher, Anfragen und Aufträge.
- Ein Auftrag bringt wenig, und Kunden kommen nicht wieder. Dann brauchst du sehr viele Aufträge aus der Suche, um die Kosten zu decken.
- Du brauchst Aufträge in wenigen Wochen. Der Bogen rechnet in der Anlaufzeit mit null Ertrag.
- Du könntest mehr Anfragen gar nicht abarbeiten. Dann hilft dir auch ein gutes Ergebnis nicht.
Wenn die Rechnung knapp ausgeht
Bei einem knappen Ergebnis zählt, ob die Rechnung auch mit den vorsichtigen Werten aufgeht. Trägt sich SEO nur mit den guten Werten, ist es eine Wette.
Das Beispiel zeigt, wie eng es werden kann. Es rechnet mit 2.000 Suchanfragen im Monat, die Schwelle liegt bei 1.600. Liegen die tatsächlichen Suchanfragen ein Fünftel unter der Schätzung, ist das Plus im Monat weg.
Nach der Rechnung hast du drei Wege. Du fängst an. Du fängst kleiner an, also mit geringeren Kosten im Monat. Oder du lässt es.
Häufige Fragen
SEO oder bezahlte Anzeigen: Wo liegt der Unterschied?
SEO und bezahlte Anzeigen unterscheiden sich darin, wann du zahlst: Anzeigen mit Klickpreis kosten je Klick, SEO kostet Arbeit, bevor Besucher kommen. SEO passt, wenn du die Anlaufzeit abwarten kannst und die Rechnung aufgeht. Beides lässt sich nebeneinander nutzen. Anzeigen bei Google ändern nichts am Platz deiner Website in den Suchergebnissen von Google. So steht es in der Anleitung zur Wahl eines SEO-Dienstleisters.
Ist SEO noch sinnvoll, wenn es KI-Antworten gibt?
Ja, SEO bleibt nach Googles eigenen Angaben sinnvoll, auch für die KI-Antworten in der Google Suche. Google nennt seine KI-Antwort über den Treffern „Übersicht mit KI“. In der Anleitung KI-Funktionen und deine Website steht, dass dafür keine spezielle Optimierung erforderlich ist und die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung weiterhin sinnvoll sind. Die Aussage bezieht sich auf die Google Suche. Über ChatGPT und andere Anbieter sagt die Anleitung nichts.
Was ist der Nachfolger von SEO?
Einen Nachfolger hat SEO nach unserer Einschätzung nicht. Ein Begriff, der bei dieser Frage fällt, ist GEO, kurz für Generative Engine Optimization. Das ist die Arbeit daran, dass eine Marke in Antworten genannt wird, die ein KI-System selbst formuliert. GEO kommt zu SEO dazu und ersetzt es nicht. Den Unterschied behandelt die Seite GEO vs SEO.
Jetzt mit deinen Zahlen rechnen
Fülle den Rechenbogen mit deinen eigenen Zahlen. Geht die Rechnung auf, lies weiter unter SEO für kleine Unternehmen. Dort geht es um den Einstieg.
Willst du die Rechnung nicht allein machen? In einem Gespräch schauen wir gemeinsam, ob sich SEO für dich lohnt oder nicht. Gespräch buchen
